Wehlauer Heimatmuseum

Es war ein anspruchsvolles Ziel, das sich die Beteiligten, Kreismuseum Syke, Kreisgemeinschaft Wehlau und der Bund der Vertriebenen 2008 gesetzt hatten. Das Wehlauer Heimatmuseum im Ochtmannier Speicher sollte inhaltlich um Flucht und Vertreibung aus allen deutschen Ostgebieten sowiederen Integration in den heutigen Landkreis Diepholz erweitert werden.

So handelt die zentrale, mittig in den Raum gestellte Szene mit lebensgroßen und lebensecht wirkenden Figuren auch von der Flucht im Winter 1945 aus Ostpreußen. Zuvor erfahren die Besucherinnen und Besucher anhand von Modellen, Bildern und originalen Objekten einiges über die Menschen des Patenkreises Wehlau. Deren Geschichte steht hier für die der anderen Regionen, die 1945 durch die Siegermächte vom damaligen deutschen Reich abgetrennt wurden. Es wird in der Ausstellung nicht verschwiegen, wie viel Leid der von Deutschland ausgegangene 2. Weltkrieg und an dessen Ende auch Flucht und Vertreibung standen, über Millionen Menschen in Europa brachte.

Im Obergeschoss beginnt die Darstellung mit einer Büroszene. Sie symbolisiert die Ankunft der Geflohenen und Vertriebenen in der neuen Heimat, von der sie damals noch gar nicht wissen konnten, ob sie zur Heimat oder zumindest zu einem Zuhause werden könnte. Viele hofften auf eine baldige Rückkehr. Eine mit originalen Möbeln eingerichtete Stube aus einem Bassumer Siedlungshaus von 1954 zeigt, dass nach einem Jahrzehnt provisorischen Lebens in Baracken, alten Speichern oder Dachböden ein Stück wirtschaftliche Normalität einsetzte.

Die Erinnerungen jedoch blieben und führten vor allem seit den 1990er Jahren zu zahlreichen Reisen und Kontakten mit der jetzt dort lebenden polnischen, zum Teil russischen Bevölkerung, für die heute dort ihre Heimat ist.

In 4 Medienstationen kommen Zeitzeugen unterschiedlichen Alters zu Wort. Mit Unterstützung des Gestaltungsbüros Rutsch + Rutsch ist eine informative Ausstellung über ein bedeutendes Thema deutscher wie regionaler Geschichte im 20. Jahrhundert entstanden.

Ermöglicht wurde die neue Ausstellung durch großzügige Unterstützung des Landschaftsverbandes Weser- Hunte, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Landes Niedersachsen. Sie ist während der Öffnungszeiten des Kreismuseums zu besichtigen und jetzt fester Bestandteil dieser Institution geworden.