Kooperationsprojekt „Kulturelles Erbe“ 2019/2020                                                            

   
„Geschlecht und Geschlechterbeziehungen – Eine Reise durch Zeit und Raum“

Täglich sind wir umgeben von Diskussionen über Begriffe wie zum Beispiel geschlechtergerechte Sprache, LGBTQ*-Community, gender pay gap, Feminismus, gender-mainstreaming, Emanzipation oder kritisch gewendet„Genderwahn“. Aber was für Vorstellungen verbergen sich dahinter? Wer spricht von was in welcher Situation? Stark verkürzt formuliert, verbergen sich dahinter Fragen nach Identitäten: Wer bist Du und wer bin ich und wie grenzen wir uns voneinander ab, ohne – idealerweise – einander fremd zu werden? Auf diese und weitere Fragen gibt es vielfältige Antworten, die wiederum darauf verweisen, wie soziales Miteinander gedacht und gelebt werden kann. Über diese Themen wird in der Gegenwart nach wie vor heiß verhandelt und mitunter werden Argumente mit „historischen Fakten“ unterfüttert.

Genau an dieser Stelle ist das Kooperationsprojekt „Kulturelles Erbe“ zwischen dem Kreismuseum Syke und der Luise-Chevalier-Schule Syke angesiedelt. Diese fruchtbare Zusammenarbeit besteht seit vielen Jahren und fördert kulturelle Teilhabe im besten Sinne, denn die Schüler*innen werden für ein Schuljahr Teil der Institution Museum. Zunächst geht es darum den Museumsbetrieb kennen zu lernen, Vertrauen zum Ort aufzubauen und Orientierung zu geben. Anschließend erfolgt die inhaltliche Arbeit, Forschung und Datenerhebung. Die Schüler*innen begeben sich gemeinsam auf eine Zeitreise und bewegen sich, ausgehend vom Mittelalter, schrittweise Richtung Gegenwart. Auf diesem Weg durch Raum und Zeit untersuchen sie verschieden Ereignisse und Orte, um daran exemplarisch die Gestaltung von Gesellschaft und Geschlechterbeziehungen sowie die agency zeitgenössischer und lokaler Akteur*innen in diesem Spannungsfeld zu beleuchten.

Gegen Ende des Schuljahres wählen sich die Schüler*innen jeweils als Team eines der zuvor als Gruppe bearbeiteten Themen aus und erarbeiten daraus einen Beitrag für die gemeinsame Ausstellung im Juli 2020. Die Ausstellung wird sich gestalterisch an der Idee einer Zeitreise orientieren und jeder Beitrag der Schüler*innen ist eine Art „Haltestelle“. An jedem dieser Haltepunkte wird es zudem einen künstlerischen Beitrag der Schüler*innen geben.

Leitung: M.A. Miriam Schulz, miriam_schulz@gmx.de