Schulprojekte

Schulprojekt "Digitale Museumsführung"

 

Museum goes digital

 

Kreismuseum goes digital – Das Kreismuseum wird digitaler

 

Mit Beginn des neuen Schulhalbjahres 2019/2020 starteten fünf Schüler*innen der Louise-Chevalier-Schule in Syke zusammen mit der Medienpädagogin Brigitta Wortmann das Projekt "Digitale Museumsführung". Dazu treffen sich die Teilnehmer*innen nun jeden Montag im Kreismuseum zur engagierten Zusammenarbeit. Zunächst machten sich Schüler*innen mit der App Actionbound vertraut. Die App bildet die Grundlage der Museumsführung. Die Schüler*innen nutzten eine erste große Begehung des Geländes und der Gebäude zum Fotografieren. Aus der Ausbeute von über 100 Fotos entstehen nun Rätsel, Fragen, Mitmachaktionen und Informationshäppchen, die zukünftige Gäste des Kreismuseums in der digitalen Führung serviert bekommen. So wird nun laufend ausprobiert, ergänzt und erweitert bis schließlich die fertige Führung allen Besucher*innen kostenlos in einer App zur Verfügung stehen wird.

Kooperationsprojekt „Kulturelles Erbe“ 2019/2020   

    Kooperationsprojekt 2019/2020
„Geschlecht und Geschlechterbeziehungen – Eine Reise durch Zeit und Raum“

Täglich sind wir umgeben von Diskussionen über Begriffe wie zum Beispiel geschlechtergerechte Sprache, LGBTQ*-Community, gender pay gap, Feminismus, gender-mainstreaming, Emanzipation oder kritisch gewendet„Genderwahn“. Aber was für Vorstellungen verbergen sich dahinter? Wer spricht von was in welcher Situation? Stark verkürzt formuliert, verbergen sich dahinter Fragen nach Identitäten: Wer bist Du und wer bin ich und wie grenzen wir uns voneinander ab, ohne – idealerweise – einander fremd zu werden? Auf diese und weitere Fragen gibt es vielfältige Antworten, die wiederum darauf verweisen, wie soziales Miteinander gedacht und gelebt werden kann. Über diese Themen wird in der Gegenwart nach wie vor heiß verhandelt und mitunter werden Argumente mit „historischen Fakten“ unterfüttert.

Genau an dieser Stelle ist das Kooperationsprojekt „Kulturelles Erbe“ zwischen dem Kreismuseum Syke und der Luise-Chevalier-Schule Syke angesiedelt. Diese fruchtbare Zusammenarbeit besteht seit vielen Jahren und fördert kulturelle Teilhabe im besten Sinne, denn die Schüler*innen werden für ein Schuljahr Teil der Institution Museum. Zunächst geht es darum den Museumsbetrieb kennen zu lernen, Vertrauen zum Ort aufzubauen und Orientierung zu geben. Anschließend erfolgt die inhaltliche Arbeit, Forschung und Datenerhebung. Die Schüler*innen begeben sich gemeinsam auf eine Zeitreise und bewegen sich, ausgehend vom Mittelalter, schrittweise Richtung Gegenwart. Auf diesem Weg durch Raum und Zeit untersuchen sie verschieden Ereignisse und Orte, um daran exemplarisch die Gestaltung von Gesellschaft und Geschlechterbeziehungen sowie die agency zeitgenössischer und lokaler Akteur*innen in diesem Spannungsfeld zu beleuchten.

Gegen Ende des Schuljahres wählen sich die Schüler*innen jeweils als Team eines der zuvor als Gruppe bearbeiteten Themen aus und erarbeiten daraus einen Beitrag für die gemeinsame Ausstellung im Juli 2020. Die Ausstellung wird sich gestalterisch an der Idee einer Zeitreise orientieren und jeder Beitrag der Schüler*innen ist eine Art „Haltestelle“. An jedem dieser Haltepunkte wird es zudem einen künstlerischen Beitrag der Schüler*innen geben.

Leitung: M.A. Miriam Schulz, miriam_schulz@gmx.de

 

Kooperationsprojekt im Schuljahr 2018 / 2019

 

 

„Sag´mal Oma, wie war das früher bei dir?“ - Alltag und Arbeit in Syke damals und heute

Im diesjährigen Projekt geht es darum, wie sich Lebens- und Alltagswelt unter anderem durch technische Innovationen in der Arbeitswelt in den letzten sieben Jahrzehnten verändert haben. In den Räumlichkeiten des Museums werden eine Vielzahl an Tätigkeiten aus Handwerk und Gewerbe dargestellt. Manche dieser Berufe gibt es auch gegenwärtig noch, wie etwa Maurer*in, Elektriker*in oder Tischler*in. Andere hingegen, wie zum Beispiel Sattler*in, Strohdachdecker*in oder Holzschuhmacher*in sind  fast „ausgestorben“.  Neue Tätigkeiten sind im Laufe der letzten Jahrzehnte dazu gekommen, wie etwa Mechatroniker*in, IT-Spezialist*innen oder Klimatechniker*innen. Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahrzehnten berufliche Geschlechtergrenzen verwischt und es gilt zu fragen, welche diesbezüglichen Entwicklungen sich im Raum Syke finden lassen. Des weiteren hat sich der Stellenwert der  Aus-/ Bildung verändert, vielerorts wird über Fachkräftemangel geklagt, was es ebenfalls näher zu beleuchten gilt.
 
Die Gruppe der Schüler*innen des 9. Jahrganges der OBS Syke bekommen in diesem Projekt die Möglichkeit auf eine Reise zu gehen. Nach Ende dieses Schuljahres steht für manchen von ihnen bereits die Ausbildung an, so dass die Beschäftigung mit Berufsfeldern und Interessen eine größere Rolle spielt. Die Reise beginnt in den Räumen des Museums. Zunächst geht es darum den Museumsbetrieb kennen zu lernen, Vertrauen zum Ort aufzubauen und Orientierung zu geben.  Anschließend erfolgt die inhaltliche Arbeit, Forschung und Datenerhebung. Exemplarisch werden einige Berufe und Tätigkeitsfelder herausgegriffen und näher betrachtet. Diese Bearbeitung erfolgt in mehreren Schritten und beinhaltet auch Exkursionen. Die Ergebnisse werden dann am Ende des Schuljahres im Frühsommer 2019 in einer Sonderausstellung präsentiert.

Leitung: M.A. Miriam Schulz, miriam_schulz@gmx.de

Kooperationsprojekt im Schuljahr 2017 / 2018:

Textilkultur(en) in Syke – Von Linnenlegge bis Flagshipstore.

Wer trägt was, wann und warum?

Im diesjährigen Projekt der neunten Hauptschulklassen im Schuljahr 2017/2018 widmet sich das Kooperationsprojekt „Kulturelles Erbe“ zwischen dem Kreismuseum Syke und der GTS 2001 Syke dem reichhaltigen Themenfeld der Textil- und Kleidungskultur in Vergangenheit und Gegenwart.


Kleidung diente und dient nicht nur, den Körper vor Witterung, Verletzungen und Nacktheit zu schützen, sofern letztere als schamhaft besetzt ist, sondern erfüllt darüber hinaus eine Vielzahl an sozialen Funktionen. Vor einem historischen Hintermund betrachtet, dienten manche Kleidungsstücke oder Farben der Markierung von sozial geächteten Personengruppen (z.B. gelb im Mittelalter für Prostituierte und/ oder jüdische Bevölkerungsteile) aber auch zur Markierung von sozial angesehen oder begüterten Personen (Z.B. Pelzbesatz, Zylinderhöhe, sehr eng geschnürte Korsetts, Krinolinen).
Es gilt für die Schüler*innen Brücken von der Vergangenheit zu Gegenwart und umgekehrt zu bauen. Das heißt, immer wieder einen für die Schüler*innen nachvollziehbaren Transfer herzustellen zwischen den Funktionen und Deutungen vergangener und gegenwärtiger Kleidungspraxen. Mit welchen Bedeutungen wurden Kleidungsstücke in welchem historischen Kontext aufgeladen, wie hat sich dies verändert und welche Bedeutungen sind gegenwärtig relevant? Welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen bezüglich des Lebensalltags und der Bewertungsmaßstäbe der historischen Akteure?


Bezogen auf die Gegenwart ließe sich zum Beispiel die Frage stellen, warum Marken, geradezu ein Markenbewusstsein, als wichtig angesehen werden. Wer trägt welche Marke, aus welcher Motivation heraus oder was will jemand durch die Wahl einer bestimmten Marke auf der Haut „zu Markte“ tragen? Welche Stellung in der Gruppe soll darüber gefestigt oder vermittelt werden? Welche Rolle spielen Individualität und Körperlichkeit für die Jugendlichen heute?


Das Magazin des Museums hat einen sehr großen Bestand an Kleidungsstücken. Im Verlauf des Jahres will sich die Projektgruppe exemplarisch mit bestimmten Kleidungsstücken ihrer Geschichte, Tragesituationen und symbolischen/ sozialen Aufladungen beschäftigen. Dies geschieht vor allem vor dem Hintergrund einer ländlichen Lebens- und Alltagswelt. Denn oft, wird bei Kleidungspraxen vergangener Tage an die Kleidung von König*innen und Kaiser*innen gedacht, an Sissy und Golden Twenties, aber weniger an die Alltagsbekleidung von z.B. Bauern, Tagelöhnern, Heuerlingen, Waschfrauen, Geschäftsleuten oder Handwerkern in einer Kleinstadt wie Syke und ihrer ländlichen Umgebung. Das heißt, anhand der Originalstücke wird den Schüler*innen ein Zugang zu dieser vergangenen Lebenswelt ermöglicht . Begleitet werden diese Magazinarbeiten von Besuchen im Stadtarchiv Syke, Exkursionen, Workshops, Interviews und Umfragen.
Aus diesem reichhaltigen Fundus werden die Schüler*innen unter Anleitung eine eigene Ausstellung in den Räumen des Kreismuseums kuratieren und am Ende des Schuljahres präsentieren.