Das Kreismuseum in Syke

Gegründet wurde das Museum 1937 vom damaligen Landkreis Grafschaft Hoya. Seit 1977 ist es das Museum des aus den Altkreisen Grafschaft Hoya und Grafschaft Diepholz gebildeten Landkreises Diepholz. Das erste Gebäude war ein 1938 hier wieder aufgebautes Bauern-haus. 1954 kam ein kleiner Speicher hinzu. Ende der 1970er Jahre erhielt das Museum einen großzügigen Ausstellungs-bau mit entsprechenden Magazin- und Werkräumen. Ungefähr gleichzeitig wurde der so genannte Weizen-speicher, in seinen Stilelementen und Holzschnitzereien Zeugnis der Weserrenaissance, restauriert und auf dem Museumsgelände aufgebaut. Es folgten in kurzen Abständen bis heute über zehn weitere historische ländliche kleine und größere Gebäude aus dem Raum zwischen Weser und Hunte oder an solche angelehnte Bauten des frühen 17. bis frühen 20. Jahrhunderts. 

 

Ziel des Kreismuseums war und ist die Sammlung und Darstellung von Zeugnissen der alltäglichen Lebens-, Arbeits- und Wohnverhältnisse vergangener historischer Epochen in unserer Region. Ein besonderes Gewicht kommt dabei den Entwicklungen in den letzten beiden Jahrhunderten zu.

Traditionelle landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeiten werden durch die gezeigten Objekte genauso nachvollziehbar wie die Veränderungen durch den zunehmenden Einsatz der unterschiedlichen Arbeits- und Antriebsmaschinen. Kennzeichen des Kreismuseums ist die Vielfalt der thematisch gegliederte ausgestellten Objekte, Dokumente und Fotografien.

 

  Das Bauernhaus

 

Das Bauernhaus wurde 1747 in Hackfeld bei Harpstedt erbaut. Es handelt sich um ein niederdeutsches Hallenhaus in Zweiständer- Bauweise. Der große Dielenraum, an dessen Seiten das Vieh stand, war noch nicht durch eine Wand vom Wohnbereich ( Flett, Kammerfach ) getrennt. Flett und Kammerfach sind jetzt so eingerichtet, dass sie das häusliche Wohnen und Wirtschaften im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Im Zentrum steht das offene Herdfeuer, umgeben von einem in Mosaikform gelegten Fußboden aus Kieselsteinen der Weser. Unter dem mächtigen Feuerrahmen des Herdfeuers sammelte sich der Rauch, um die unter der Decke hängenden Schinken und Würste zu konservieren. Es handelt sich hier um ein so genanntes Rauchhaus, das noch keinen Schornstein aufweist.

In den ehemaligen Ställen werden die alten landwirtschaftlichen Handgeräte gezeigt, die für Feldwirtschaft ( Pflügen, Eggen, Säen, Ernten ) und für die Hofwirtschaft ( Dreschen, Futterbereitung ) notwendig waren. Aber auch die Staubmühle, eine frühe landwirtschaftliche Maschine aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Reinigen des gedroschenen Kornes ist zu sehen. Außerdem wird der Weg vom geernteten Flachs zum gewebten Leinen durch alle hierfür notwendigen Geräte veranschaulicht. Der Webstuhl ist funktionstüchtig und wird an verschiedenen Aktionssonntagen in Betrieb gezeigt. Die Flachsverarbeitung spielte früher eine wichtige Rolle zum Verkauf des gewebten Leinens und zur Herstellung der Aussteuer an Leinenwäsche.

Die Diele wird auch als Veranstaltungsort für Vorträge, Lesungen, Konzerte, Tagungen und als museumspädagogischer Bereich genutzt. Sonntagsnachmittags, für angemeldete Gruppen auch werktags, gibt es dort Kaffee und Kuchen.